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 Betreff des Beitrags: Das kleine Motorrad Emelie
BeitragVerfasst: Mo 25. Jul 2011, 19:25 
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Registriert: Di 18. Aug 2009, 21:57
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Für Mara Lea

Meine Tochter wollte eine Gutenachtgeschichte hören, in der ein Motorrad vorkommt.
Das bekam ich hin.
Diese erdachte Geschichte gefiel ihr so gut, dass sie diese immer wieder hören wollte.
Doch jedes Mal, wenn ich ein Detail nicht haargenau so erzählte wie beim vorigen Mal, wurde ich von meiner Tochter verbessert. Sie kannte die Geschichte schon beinahe auswendig, so gut gefiel sie ihr.
Ich beschloss, die Geschichte aufzuschreiben um zukünftig kein Detail zu vergessen.

Vielleicht kennt ihr ja auch einen kleinen Menschen, dem die Geschichte vom kleinen Motorrad Emelie helfen kann, mit einem Lächeln auf den Lippen ins Land der Träume zu reisen.



Das kleine Motorrad Emelie (1)


Viele Geschichten fangen mit "es war einmal, vor langer Zeit..." an. Diese Geschichte nicht. Denn diese Geschichte ist noch gar nicht lange her.

In einem Ort, der gar nicht weit weg ist von dem Ort an dem Du wohnst, lebte die kleine Emelie.
Sie wohnte in einem Schuppen, mit einem spitzen Dach und einem grossen Tor vorne. An der Seite befand sich ein schmutziges, staubiges Fenster, durch das Emelie grad eben noch auf den Hof hinausschauen konnte. Da konnte sie den Kindern immer beim Spielen zusehen. Das tat sie oft, denn Emelie langweilte sich häufig, so allein wie sie war. Dann schaute sie aus dem Fenster, wie die Kinder Seil sprangen, Fussball oder Fangen spielten und sich lachend und kreischend auf dem Hof vergnügten.

Eines Tages jedoch, da passierte etwas Ungewöhnliches. Emelie döste grade vor sich hin und langweilte sich ganz fürchterlich, als sie ein Geräusch am Tor hörte. Gespannt schaute sie in die Richtung. Da war es wieder. Ein Kratzen und Schieben. Machte sich da jemand am Tor zu schaffen? Emelie war jetzt hellwach! Sie sah, wie sich einer der beiden grossen Torflügel ganz langsam bewegte. Helles Sonnenlicht drang durch den Spalt zwischen den Hälften herein und es sah beinahe so aus, als leuchtete der Strahl einer Taschenlampe in das Dunkel des Schuppens. Staubkörner tanzten im Licht. Je weiter das Tor sich wie von Geisterhand öffnete, desto heller wurde es in der Hütte. Ein Junge schob sich durch den Spalt. Er war wohl ungefähr in deinem Alter. Emelie war jetzt ganz aufgeregt. Sie beobachtete ihn, wie er sich suchend im Schuppen umsah. Sie fasste sich ein Herz und rief ihm ein zaghaftes "Hallo" zu. Der Junge erschrak. Neugierig ging er auf Emelie zu und fragte "Wer bist du denn?"
Ich heisse Emelie, antwortete sie und fügte noch hinzu "Und Du?"
"Ich bin der Max. Ich suche eine Harke oder so etwas. Damit will ich meinen Fussball aus dem Baum holen. Der hat sich da verfangen."
Max sah Emelie staunend an. "Du bist ein Motorrad, stimmts?"
"Ja, das stimmt".
"Cool", entwich es Max und er bekam ganz grosse Augen. "Ich habe dich noch nie hier fahren sehen."
"Ich fahre auch nicht oft. Die meiste Zeit stehe ich hier im Schuppen und schaue aus dem Fenster", antwortete sie traurig.
"Das ist schade. Du kannst aber doch fahren, oder? Ich meine, du bist nicht kaputt, oder so?"
"Früher konnte ich es, aber ich bin lange nicht mehr gefahren", seufzte Emelie.
Ein Rufen unterbrach das Gespräch: "Mahaax, Mahaax, Essen ist fertig".
"Das ist meine Mutter. Ich muss gehen", entschuldigte er sich. Er rannte zum Tor, drehte sich noch kurz um und sagte:"Du bist nett, Emelie". Dann verschwand er aus dem Schuppen.
"Du auch, Max" sagte sie leise in die Leere des Schuppens hinein und ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Es war Emelies erstes Lächeln nach sehr, sehr langer Zeit.
--- --- ---

In den folgenden Tagen schaute Emelie noch öfter aus dem Fenster. Sie hoffte, Max auf dem Hof zu entdecken. Aber obwohl auch mal Kinder dort spielten, Max war nicht dabei. Es vergingen einige Tage in denen sich Emelie wieder langweilte. Doch eines Morgens öffnete sich das Tor wieder und Max kam zu Emelie in den Schuppen. In der Hand trug er einen roten Eimer. "Hallo Emelie", rief er fröhlich, "Schau mal, was ich mitgebracht habe."
Emelie freute sich sehr, Max wieder zu sehen. Sie war neugierig, was Max mit dem Eimer vorhatte.
"Ich habe gedacht, da Du doch so gerne aus dem Fenster schaust, putze ich die Scheiben mal, damit du besser gucken kannst" verkündete Max.
"Das ist eine gute Idee" sagte Emelie und beobachtete ihn, wie er mit einem Schwamm und dem Wasser aus dem Eimer den Staub und den Dreck von der Scheibe wusch. Schon nach einigen Minuten konnte man viel besser nach draussen gucken. Max setzte sich neben Emelie. "War das nicht eine gute Idee, Emelie? Hier ist es gleich viel heller und freundlicher."
"Das war es Max" antwortete Emelie strahlend.
Max strich mit dem Finger über Emelies Tank. "Du bist aber auch schon lange nicht mehr geputzt worden, oder?"
Emelie lief rot an. "Ja, das ist schon ein Weilchen her."
"Weisst Du was, ich komme morgen wieder zu dir, und dann putz ich dich bis ich mich in dir spiegeln kann." Beide waren von der Idee begeistert und verabredeten sich für den folgenden Tag.
Als Max diesmal den Schuppen verliess, schaute Emelie ihm durch das saubere Fenster hinterher. Sie hatte einen neuen Freund gefunden und freute sich bereits, ihn Morgen wieder zu sehen.


ENDE

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 Betreff des Beitrags: Re: Das kleine Motorrad Emelie
BeitragVerfasst: Di 2. Aug 2011, 23:35 
Hallo.

Mir kommt da gerade ein Gedanke: Diese kleine Geschichte gefällt mir sehr. Auch, dass sie ein offenes hat. Kommt Max wieder? Und "funktioniert" Emellie noch? Und wie fährt sie wohl oder lässt sie sich fahren?

Und überhaupt ...

WIE SIEHT SIE AUS??? Ich stelle mir vor, Emellie ist ... Neeneeeneeneeeeee! Maulwurfn! Verrate ich noch nicht ... Wärt Ihr dabei? Jede/r für sich und wir für uns alle uns vorzustellen, wie Emellie wohl aussieht?

Oben bleiben!
Carlos


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 Betreff des Beitrags: Re: Das kleine Motorrad Emelie
BeitragVerfasst: Do 11. Aug 2011, 14:31 
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Registriert: Di 18. Aug 2009, 21:57
Beiträge: 2038
Da die Resonanz auf Emelie nicht nur bei meiner schärfsten Kritikerin sehr positiv ausfiel, hier die Fortsetzung. Ja Carlos, wie sieht Emelie wohl aus? Mal sie doch mal ;) und stelle sie hier ein.

Waschtag für Emelie (2)

Emelie war den ganzen Tag über schon sehr aufgeregt. Ihr neuer Freund Max hatte ihr versprochen, sie zu waschen. Darauf freute sie sich ganz besonders. Sie schaute ganz oft aus dem Fenster in der Hoffnung, dass Max vielleicht schon auf dem Weg zu ihr sei.
Emelie überlegte, wie lange es schon her gewesen ist, seitdem sie das letzte Mal so richtig geputzt worden war, aber so sehr sie sich auch anstrengte, es wollte ihr einfach nicht mehr einfallen. Es war halt schon zu lange her.
Sie schaute sich die dicke Staubschicht an, die ihren Tank wie eine zweite Haut bedeckte und ihre früher so leuchtend rote Lackierung arg verblassen liess. Da sie so lange nicht mehr gepflegt worden war, waren auch alle anderen Teile sehr schmutzig. Die Felgen waren vom Abrieb der Bremsbeläge ganz schwarz, verkrusteter Strassendreck klebte am Rahmen und die Motorteile waren von einem schmierigen Film überzogen. Das Leder der Sitzbank war ausgebleicht und trocken, nicht mehr glänzend und geschmeidig, wie es hätte sein sollen. An dem verchromten Scheinwerfer und am Lenker blühte an einigen Stellen bereits der Rost.
Ja, eine Wäsche würde ihr richtig gut tun.

Wie sie so in Gedanken war, sah sie durch das Fenster, wie Max auf dem Weg zum Schuppen grade den Hof überquerte. In der einen Hand hielt er einen Wassereimer, in der anderen einen Korb. Er hatte ganz schön schwer zu tragen. Als Max durch das Tor in den Schuppen eintrat, rief er Emelie ein freundliches "Hallo" zu.
"Hallo Max, schön, dich zu sehen" erwiderte Emelie.
"Ich habe ganz viele Putzsachen dabei, mit denen wir dich wieder richtig sauber bekommen. Du wirst sehen, Du blitzt nachher richtig" Max stellte den Korb und den Eimer neben Emelie und musterte sie von oben bis unten.
"Oh weh, da werden wir aber jede Menge Arbeit haben". Emelie blickte verschämt zu Boden.
"Nun ja, es ist halt schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal geputzt worden bin“, antwortete sie.
Max fischte einen Schwamm aus dem Korb und tauchte ihn in den Wassereimer. Als er damit dann über Emelies Seite wusch, fing sie an zu kichern.
"Ich bin ein wenig kitzelig", gab sie verschämt zu. Aber Max sah, dass es ihr doch gefiel und so bemühte er sich mit einem Grinsen auf den Lippen Emelie beim waschen möglichst viel zu kitzeln.
Da sie so dreckig war, musste Max den Schwamm recht oft gut in dem Eimer auswaschen und schon bald stellte er fest:
"Ich muss frisches Wasser holen, dieses hier ist schon so schmutzig, dass ich den Dreck nur wieder auf dir verteile, statt dich zu säubern."
Bis er Emelie so richtig sauber hatte, musste er einige Male frisches Wasser in dem Eimer holen. Es gab ja auch sehr viel zu putzen: Tank, Rahmen, Lampe, Felgen, Motor, Auspuff und viele andere Teile.

"So, das wäre geschafft". Max stand neben Emelie und begutachtete sein Werk. Seine Hände und Arme waren schmutzig und auch sein Gesicht hatte einige schwarze Striemen, die wohl daher kamen, dass er sich immer mal wieder den Schweiss mit dem Arm von der Stirn gewischt hat. Er warf den Schwamm in den Eimer und nahm ein Tuch, um Emelie damit abzutrocknen. "Dadurch entstehen keine Flecken von dem Wasser, wenn die Tropfen auf dir Trocknen", erklärte er ihr. Dann ging er zu dem Korb und wühlte lange darin herum um dann eine runde, schwarze Dose herauszuholen. Mit ein wenig Mühe öffnete er den Deckel und ein angenehmer Geruch strömte ihm entgegen.
"Das ist Polierwatte. Damit bringen wir dich jetzt auf Hochglanz." Er nahm ein kleines Stück der getränkten Watte heraus und fing an, über den Rahmen zu reiben. Es dauerte lange, bis das stumpfe Metall anfing zu glänzen. Er musste ganz oft über die gleiche Stelle reiben, bis man die Wirkung sah, aber es lohnte sich. Auch die anderen Metallteile behandelte er so. Sogar einige Roststellen verschwanden dadurch. Als er damit fertig war besah er sich zufrieden seine Arbeit.
"Jetzt ist deine Sitzbank dran." verkündete er, während er das Lederpflegemittel, welches sehr nach Honig roch auf der Sitzbank verteilte und einrieb. Dadurch wurde das Leder wieder geschmeidig und schön glänzend. Es sah zwar nicht wie neu aus, aber viel besser als vorher.
"So fast fertig", rief er Emelie zu.
"Was kommt denn noch?" fragte sie erstaunt, während Max schon wieder in dem Korb wühlte und eine blaue Sprühdose zum Vorschein brachte. "Papa sagt, das ist ein Wundermittel. Es reinigt, schmiert und verhindert Rost. Und Dreck lässt sich dann auch leichter abwaschen, wenn man das Mittel vorher benutzt." Er sprühte ein wenig davon auf einen Lappen und rieb noch mal alle Metallteile von Emelie kräftig damit ein. "So! Jetzt sind wir aber wirklich fertig! Hübsch siehst Du aus." Emelie merkte, wie sie ganz rot anlief, als Max, das sagte. Da fingen sie beide an zu lachen.

Ja, sie war tatsächlich wieder hübsch anzusehen und ihr roter Lack strahlte. So war sie bereit zu neuen Abenteuern, über die Du vielleicht an anderer Stelle mehr erfahren wirst.

ENDE

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 Betreff des Beitrags: Re: Das kleine Motorrad Emelie
BeitragVerfasst: Di 16. Aug 2011, 21:43 
Wenn ich jetzt nur noch zeichnen könnte ... Oder Talent für Farben ... Aber ein paar Anmerkungen finden sich im Text ... Da manifestiert sich zunehmend, was mir von Anfang durch den Kopf schoss ... Es wird wohl ein paar Tage brauchen, bis ich was gescheites habe. Aber(!) ...

... ich habe da schon was im Auge ... :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Das kleine Motorrad Emelie
BeitragVerfasst: Mo 12. Sep 2011, 21:25 
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Beiträge: 2038
Emelies erste Ausfahrt (3)

Es war schon einige Tage her, daß Max Emelie geputzt hatte.
In dem Schuppen in dem sie stand, gab es einen alten, schon verblichenen Spiegel. Darin bewunderte sie sich laufend. Es gefiel ihr gut, wieder sauber zu sein. Ihr roter Lack leuchtete.
Emelie blickte aus dem Fenster. Das Wetter war in den letzten Tagen immer besser geworden.

Genau das richtige Wetter für eine kleine Ausfahrt.
Wie fühlte es sich an, wenn ihr der Wind um den Scheinwerfer weht? Wie roch das blühende Feld, wenn sie auf der Landstrasse daran vorbei fuhr? Emelie wusste es nicht mehr. Sie wusste, dass sie es mal wusste. Und dass es schön war. Aber wie es genau war, daran konnte sie sich nicht erinnern. Das machte sie ganz schön traurig.

Da fasste Emelie einen Entschluss: Es konnte doch nicht schaden, einmal eine klitzekleine Runde zu drehen. Nur ganz kurz um den Schuppen herum. Gar nicht lange. Niemand würde etwas merken. Sie wäre auch ganz vorsichtig.
So richtig wohl war ihr bei dem Gedanken aber doch nicht. Sie sagte sich selber, dass sie ja nur mal gucken wolle, ob sie noch richtig funktioniere. Aber die Ausrede half ihr auch nicht über ihr schlechtes Gewissen hinweg. So ganz richtig wäre es wohl nicht, einfach aus dem Schuppen auszubüchsen und ohne zu fragen und ohne jemandem Bescheid zu sagen eine Runde zu drehen.

Sie könnte ja Max Bescheid sagen, kam ihr in den Sinn. Immerhin war Max ihr bester Freund. Und ihr einziger. Aber was, wenn Max dann Ärger von seinen Eltern bekäme? Immerhin wäre er dann ja irgendwie ein Mitwisser. Und seine Eltern könnten schimpfen, dass er Emelie nicht verpetzt hat. Nein, das wollte Emelie nicht, dass ihr Freund Max Schimpfe bekam ihretwegen.

Sie war unschlüssig. Je länger sie darüber nachdachte, desto grösser wurde die Verlockung. Aber die Angst blieb auch und hielt sie im letzten Moment immer wieder davon ab.

Einige Tage später sah Emelie durch das Fenster, wie Max mit seinen Eltern im Auto wegfuhr.
Die Gelegenheit war günstig. Wie lange sie wohl wegbleiben würden? Emelie durfte keine Zeit verlieren, sollte ihr Vorhaben unentdeckt bleiben.
Sie spähte durch den Schlitz der beiden Torflügel.
Niemand zu sehen. Alles ruhig draussen.
Sie schob leise einen der Torflügel auf. Das Holz ächzte und ein leises Quietschen drang von den Scharnieren zu Emelie herüber.
O verflixt, dachte sie, aber schob das Tor langsam weiter auf, bis sie hindurch passte.
Geschafft. Das war der erste Schritt. Nun konzentrierte sich Emelie ganz doll. Sie schloss die Augen, hielt die Luft an und…..

prop, prOP, PROP.. wie ein schlecht laufender Traktor hörte es sich an, als der Anlasser die Kolben in den Zylindern bewegte. Ein Stottern, ein Husten und mit einem lauten Knall und einer schwarzen Wolke aus dem Auspuff rannten die Zylinder in den Kolben auf und nieder.

BRUM, BRUHUM, BRUMM

Welch ein schönes Lied erklang in Emelies Ohren. So lange hatte sie das Brummen ihres Motors nicht mehr gehört. Und wieder

BRUM, BRUHUM, BRUMM.

Es war wie Musik für sie. Noch ein kurzer Blick, ob auch wirklich niemand zuschaute und mit einem lauten

KLONK

legte Emelie den ersten Gang ein und liess die Kupplung langsam kommen. Sie spürte wie sich die Kraft des Motors in ihrem ganzen Körper ausbreitete. An ihrem Rahmen zerrte, den Tank zum Vibrieren brachte und die Kette sich spannte um das Hinterrad in Drehung zu bringen. Emelie setzte sich in Bewegung. Immer schneller drehte sich das Rad und … HEISSA was für ein tolles Gefühl war das.
Je schneller sie wurde, desto mehr konnte sie den Wind spüren. Sie roch die Wildblumen, die am Strassenrand wuchsen und voller Übermut hupte sie den Kühen auf der Weide zu. Sie fuhr durch ein Waldstück und es roch nach Tannen und irgendwie feucht. Da, auf einem Feld konnte sie ein Reh erkennen. Das war so schön.
Sie konnte gar nicht genug bekommen. Jeder Meter war etwas ganz besonderes für Emelie. Je länger sie unterwegs war, desto aufgeregter wurde sie. All diese neuen Eindrücke, die sie schon so lange vermisst hatte.
Auf einem kleinen einsamen Parkplatz hielt sie an.
Sie musste das erst mal alles auf sich wirken lassen.
Langsam kam sie zur Ruhe und schaute sich um.
Wo war sie? Sie sah eine grosse Wiese, eine Strasse, aber die Stadt konnte sie nicht mehr sehen. Wie lange war sie wohl gefahren? Sie wusste es nicht genau. Jetzt bekam sie doch ein wenig Angst. Hier war sie noch nie gewesen. Sie kannte sich gar nicht aus. War ihr Fehlen schon bemerkt worden?

Besser sie machte sich auf den Heimweg. Sie drehte um und fuhr den gleichen Weg zurück, den sie gekommen war. So weit war sie gar nicht gefahren. Bald schon konnte sie ihren Schuppen sehen. Das Tor stand noch offen, wie sie es verlassen hatte.
Schnell schlüpfte sie hindurch und verschloss es hinter sich.
Ihr Fehlen war niemandem aufgefallen.
Glück gehabt.
Emelie war nun ganz müde und erschöpft von dem tollen Tag. Kaum stand sie wieder an ihrem Platz, da fielen ihr die Augen zu und sie schlief sanft ein.

Wenn Du in diesem Augenblick durch das Fenster in den Schuppen geblickt hättest, hättest du ein richtig glückliches Motorrad gesehen.

ENDE

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 Betreff des Beitrags: Re: Das kleine Motorrad Emelie
BeitragVerfasst: Di 13. Sep 2011, 10:57 
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Ist dir ja mal wieder super gelungen...Gefällt mir :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Das kleine Motorrad Emelie
BeitragVerfasst: Di 13. Sep 2011, 11:25 
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:-) ja ist dir richtig gut gelungen carsten . wolte nicht auhören zu lesen


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 Betreff des Beitrags: Re: Das kleine Motorrad Emelie
BeitragVerfasst: Di 13. Sep 2011, 18:03 
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So Leute,

nach dem ich mir eine Weile den Kopf darüber zerbrochen habe,wie Emelie das kleine rote Motorrad wohl aussehen könnte
und da ist das dabei heraus gekommen. :)

Ich hoffe es gefällt Euch...................... :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das kleine Motorrad Emelie
BeitragVerfasst: Mi 12. Okt 2011, 17:13 
hallo hier meine emilie die ich 2010 gemalt habe nachdem ich die geschichte gehört bzw gelesen habe ...linke zum gruß bert


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 Betreff des Beitrags: Re: Das kleine Motorrad Emelie
BeitragVerfasst: Mi 12. Okt 2011, 17:23 
hier der Verwsuch Berts Emilie was größer abzubilden, sonst kann man sie ja gar nicht bewundern ;-)


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